Konfliktmanagement

Große Infrastrukturprojekte bieten ein reiches Potential an möglichen Konflikten, sowohl zwischen den unmittelbar am Projekt Beteiligten wie auch mit Projektbetroffenen wie Anrainer oder Interessensvertretungen.

Dies beginnt bereits bei der Durchsetzbarkeit eines Projektes. Die Akzeptanz von Infrastrukturprojekten stößt zunehmend auf Widerstand seitens der Betroffenen sowie der Öffentlichkeit und wird damit zu einem wesentlichen Kosten- und Zeitfaktor für die Realisierung der Projekte. Zahlreiche Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit, das bekannteste ist wohl Stuttgart 21, zeigen, dass dieser Widerstand oft nicht mit dem Beschluss für das Projekt endet, sondern häufig projektbegleitend zu Behinderungen auch in der Realisierungsphase führen kann. Die frühe Beurteilung von Akzeptanzrisiken, die Erstellung von Umsetzungsstrategien, eine effiziente Öffentlichkeitsarbeit sowie die Mediation mit Betroffenen und Dritten können dazu beitragen, Konflikte zu vermeiden oder in einer frühen Phase abzubauen.

In der Realisierungsphase fokussiert sich das Konfliktpotential in der Regel auf die unmittelbar am Projekt Beteiligten, wie Auftraggeber, Consultants und ausführende Unternehmungen, aber auch die mittelbar an der Realisierung beteiligten Partner wie Banken, Fonds und Versicherungen können von den Konflikten betroffen werden. Die Ursachen für diese Konflikte liegen häufig in unvorhergesehenen Störungen des geplanten Realisierungsablaufes, in unterschiedlichen Auffassungen über die jeweiligen vertraglichen Verpflichtungen oder einfach in den wirtschaftlichen Interessen der Beteiligten, oft auch in einer Kombination dieser Faktoren. Die Erfahrung zeigt, dass die Lösung derartiger Konflikte umso schwieriger und aufwendiger wird, desto mehr sie sich entwickeln und verhärten. Ein möglichst frühes und effizientes Konfliktmanagement ist daher im gemeinsamen Interesse aller am Projekt beteiligten. Dazu gehören die Reduktion des Konfliktpotentials, zum Beispiel durch eine frühzeitige Analyse und Gegensteuerung von Projektstörungen ebenso wie ein kontrolliertes Management der unvermeidbaren Konflikte durch eine projektbegleitende Mediation. Die Erfahrung zeigt, dass diese Maßnahmen im Vergleich zu gerichtlichen Problemlösungen in der Regel für alle am Projekt Beteiligten zeiteffizienter und wirtschaftlicher sind.